Sechs Tweets der letzten zwei Stunden in meiner Timeline, die M. dazu verleiten könnten, Twitter auszuprobieren:

Der Schoß ist fruchtbar noch.

Irgendwann auf einer Exkursion im MA-Studiengang besuchten wir das Terra Sigillata-Museum in Rheinzabern; im Eingangsbereich wurden die alten Bücher aus der Schulbibliothek verkauft. Ein Erwerb des damaligen Tages, in den ich seither immer wieder zum Gruseln und Fremdschämen kucke, ist das Herder’sche Lexikon von 1949; es ist immer wieder erhellend, mit welch eigentümlicher Mischung aus Entnazifiziertheit und Postfaschismus die Bundesrepublik in ihr erstes Jahr startete. Neuestes Fundstück: Der Eintrag zu Völkische Bewegung, der im Sinne eines Rassismus ohne Rassen von der Gottgewolltheit der Apartheid spricht.

Völkische Bewegung, will das, was der Eigenart eines Volkes entspricht, die typische Prägung seiner Staatsform, Kultur, Kunst, Sprache, Philosophie u. Religiösität verteidigen u. pflegen. Da die Verschiedenartigkeit der Völker in der Schöpfung angelegt ist, ist sie gottgewollt u. gut. Die Pflege des Volkstums ist daher durchaus positiv zu werten. Abzulehnen sind die Gleichsetzung der eigenen Anderswertigkeit mit Höherwertigkeit u. die Verachtung anderer Völker; auch die z.B. von der ↗Deutschvölk. Bewegung vollzogene Einschränkung von v ö l k i s c h auf die Bedeutung „rassisch“ (↗Alldeutsche) u. die damit verbundene antisemit. Einstellung.

- Der neue Herder von A bis Z, Freiburg 1949

Curiosity.

(via xkcd)

Und was tun die so?

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Wolfgang Schivelbusch, Die Kultur der Niederlage. Der amerikanische Süden 1865, Frankreich 1871, Deutschland 1918, Berlin 2001. Kritisch beleuchtet [hier].